nachkriegsmoderne.info - büro für baukunst nach '45

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Saarbrücken, HTW-Campus (Bild: M. Kany)





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bda empfiehlt u-bahn-heft

"Meist kritisch, manchmal mahnend, immer interessant und auch den hintergründigen und kleinen Themen zugewandt [...]. Lesenswert!" Zu diesem Urteil kommt die vom BDA herausgegebene Online-Präsenz "Der Architekt". Vorgestellt wird nicht nur allgemein das Online-Magazin moderneREGIONAL, sondern vor allem dessen aktuelles Heft "Untergründig": Als sich der großstädtische Verkehr um 1900 unter die Erde zurückzog, hatte die Moderne ihr neues Spielfeld gefunden. Die U-Bahn machte alle Umbrüche des letzten Jahrhunderts mit: vom Kaiserpavillon über das elektrifizierte Symbol des Wiederaufbaus bis zum postmodernen Stadtteilbahnhof. Das neue moderneREGIONAL-Sommer-Heft "Untergründig. Als die Moderne fahren lernte" (Redaktion: M. Bredenbeck/K. Berkemann) folgt dem neuen alten Verkehrsmittel auf seinem Weg durch die Jahrzehnte.

In seinem Leitartikel blickt der Architekturkritiker Nikolaus Bernau auf die Geschichte der Metro. Für die Fachbeiträge waren die Autoren in ihren (Wahl-)Heimatstädten unterirdisch unterwegs: Martin Bredenbeck in Bonn, Verena Pfeiffer-Kloss in West-Berlin, Elisabeth und Lorenz Intichar in Wien, Julius Reinsberg in Moskau. Für das Porträt ging Sebastian Bank auf kermanische Spurensuche durch Essen und im Interview schwärmt die langjährige Kölner Dombaumeisterin Barabara Schock-Werner von den schönen Seiten des rheinischen Untergrunds.

 

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"community spaces"

Vom 7. bis 8. September 2012 fand an der TU Darmstadt die Tagung "Community Spaces. Conception - Appropriation - Identity" statt. Veranstaltet wurde sie vom Network 45plus, das sich anlässlich einer ersten Tagung 2011 in Berlin als europäisches Forum für Nachwuchswissenschaftler gegründet hatte. In Darmstadt ging es um Gemeinschaftsräume in Großwohnsiedlungen der Nachkriegsmoderne. Diese Siedlungen sind trotz ihres allzu oft schlechten Rufs auch heute noch für viele Menschen Heimat. Sie waren häufig mit Gemeinschaftsräumen ausgestattet, die die Entstehung einer Quartiersgesellschaft fördern sollten und besonders sorgfältig gestaltet wurden. Gerade diese Räume werden heute als problematisch empfunden und stehen zur Disposition - Grund genug, sie und die damit verbundenen Konzeptionen von Gemeinschaft genauer zu untersuchen.

Nun ist das Buch zur Tagung erschienen - umfangreich, kostenfrei und online. Die Beiträge der internationalen Forscher decken ein weites Spektrum ab: Nach einer Einführung der Herausgeber reichen die Themen von rumänischen Gemeinschafts- und englischen Einkaufszentren über Le Corbusiers Stadtbild und spanische Wohnsiedlungen bis hin zur Brunnenstraße und zum Studentendorf in Berlin. Die Publikation ist online in der Reihe "ISR Impulse online" (ehemals "Graue Reihe") der TU Berlin erschienen.

Harnack, Maren/Haubold, Sebastian/Berkemann, Karin/Tvrtkovic, Mario/Wolf, Tobias/Herold, Katrin (Hg.), Community Spaces. Conception, Appropriation, Identity (ISR Impulse online 53), Berlin 2015 (Online-Publikation).

 

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hambacher architekturgespräche

Der Abbruch des BASF-Hochhauses in Ludwigshafen ist nur eines von vielen Beispielen: Auch in Rheinland-Pfalz fallen prominente Bauzeugnisse der Nachkriegsmoderne. Am 9. Juni 2015 stehen die diesjährigen Hambacher Architekturgespräche (Hambacher Schloss, Festsaal, 67434 Neustadt an der Weinstraße) zwischen 18 und 20 Uhr unter dem Motto "Nachkriegsmoderne - ungeliebt und unterschätzt?". Die Architektenkammer Rheinland-Pfalz will über die baulichen Qualitäten, aber auch über die anstehenden Veränderungen ins Gespräch kommen: Die Sanierung nach "Abnutzung", die Alterung damals innovativer Baustoffe oder die energetischen "Ertüchtigung" fordern Eigentümer, Architekten und Denkmalpfleger heraus.

Denkmäler, das wird in solchen Diskussionen klar, sind eben nicht nur die romanischen Dome in Speyer, Mainz und Worms oder die Burgen und Schlösser. Doch haben es gerade die jungen Denkmäler, von denen wir noch viel wissen, oft schwer. Es diskutieren der Vorstandsvorsitzende der Bundesstiftung Baukultur, Rainer Nagel, Dr. Olaf Gisbertz, TU Braunschweig, und Architekt Helmut Riemann, Lübeck, sowie Thomas Metz, Generaldirektor der GDKE und Kammerpräsident Gerold Reker unter Moderation von Dr. Karin Berkemann. Um Anmeldung wird gebeten: Frau Seitz-Wollowski, 06131/9960-23, seitz-wollowski@akrp.de.

 

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faz würdigt frankfurts nachkriegskirchen

"Wie viel Bewundernswertes kirchliche Institutionen und Kirchenarchitekten zwischen 1945 und 1976 auch und gerade in der umtriebigen, auf raschen und pragmatischen Wiederaufbau fixierten Stadt zustande brachten" - so würdigt der Architekturhistoriker Dieter Bartetzko am 13. Dezember 2014 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) die modernen Kirchen Frankfurts. Neben berühmten Kirchenbaumeistern wie Rudolf Schwarz und Gottfried Böhm schufen hier nach 1945 auch weniger bekannte Architekten individuelle, künstlerisch bedeutende Kirchenbauten geschaffen. In der internationalen Handelsmetropole spiegelt sich bis heute eine einmalige Vielfalt christlicher Gemeinschaften - von der unitarischen Gemeinde bis zum südamerikanischen Marienorden.

Die geschichtlichen und künstlerischen Werte dieser religiösen Vielfalt zu erfassen und zu erhalten, ist Ziel dieser bundesweit ersten Gattungstopographie zu Kirchen der Nachkriegsmoderne, die vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen 2013 im Theiss-Verlag herausgegeben wurde. Die Autorin, die Theologin und Kunsthistorikerin Karin Berkemann, stellt darin, nach einer Dokumentation der gesamten städtischen Kirchenlandschaft, mehr als 30 denkmalgeschützte Baukunstwerke vor. Ein Verzeichnis aller untersuchten Kirchen, Literaturhinweise und Architektenviten runden das Bild ab. Diese detaillierten Baubeschreibungen "schärfen das Urteilsvermögen", urteilt die FAZ abschließend über Berkemanns Kirchentopographie: "So sollten Denkmal-Inventare häufiger verfasst werden."

 

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heimat planen. heimat bauen

Während Architekturgeschichte und Denkmalpflege noch mit den Siedlungen der 1960er und 1970er Jahre ringen, wird anderswo munter abgerissen. Die Backsteinbaukunst der 1920er Jahre muss gegen Dämmplatten verteidigt werden. Die Zeilenstrukturen der 1950er Jahre drohen, zur Nachverdichtung missbraucht zu werden. Zahlreiche Projekte beschäftigen sich mit verlorenen oder nie verwirklichten Sozialstrukturen. Um diesen ungeheuren Wohnraumvorrat, gerade der Nachkriegsmoderne, kommen wir nicht herum – es gilt, das Beste herauszuholen.

Diese Blickwinkel bündelt der Bund Heimat und Umwelt (BHU) - mit dem Schwäbischen Heimatbund und dem Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg - vom 14. bis 16. Oktober 2014 in Stuttgart mit der Tagung "Heimat planen. Heimat bauen". Wie waren und wurden Siedlungen zur Heimat, wie können sie es heute werden? Interessierte aus Architektur, Städtebau, Denkmalpflege, Soziologie, Wohnungswirtschaft und Quartiersmanagement, aus Heimat-, Bürger- und Siedlungsvereinen sind eingeladen. Die Tagung beginnt am 14. Oktober 2014 mit einem Abendprogramm, bietet Vorträge und eine Exkursion am 15. Oktober und klingt am 16. Oktober vormittags mit Vorträgen aus. Das detaillierte Programm wird in Kürze unter www.bhu.de veröffentlicht.

 

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buch zum kurbad königstein

Als eines der "außergewöhnlichsten Bäder in Mittel­europa" lobte die Architekturhistorikerin Iris Meder 2011 das Kurbad Königstein. Im Jahr 1977 eröffnet, wurde der markante Bau vom Architekturbüro Geier + Geier entworfen und vom Bildhauer Otto Herbert Hajek farblich gestaltet. Für Königstein griff Hajek - in seiner Reihe "Farbwege" - zu leuchtenden Blau- und Rottönen.

Angesichts des bundesweiten Bädersterbens ist es erstaunlich, wie geschlossen die Königsteiner Ausstattung erhalten geblieben ist. Folgerichtig wurde der Bau 2013 unter Denkmalschutz gestellt. Die aktuell im Langewiesche-Verlag erschienene Publikation verbindet großformatige Abbildungen mit verschiedenen Fachbeiträgen: eine kurze Bau- und Nutzungsgeschichte, eine Schilderung aus Sicht der Kurbad-Gesellschaft, die Ergebnisse einer Kunstwerkstatt mit Jugendlichen, eine Einführung in Hajeks Gesamtwerk und ein Interview mit den Architekten. Die Buchvorstellung findet am 18. September um 19:30 Uhr in der Königsteiner Stadtbibliothek statt. Oder: Gehen Sie doch am besten selbst einmal in diesem Gesamtkunstwerk baden.

Klempert, Gabriele/Köster, Hans-Curt (Hg.), Hajeks Farb-Bad in Königstein. Eine Symbiose aus Architektur und Kunst von Geier + Geier mit Otto Herbert Hajek am Kurbad in Königstein i. Ts., Langewiesche-Verlag, 2014, gebunden, 101 Seiten, 22,3 x 27 cm (quer), 185 Abbildungen (zumeist farbig), ISBN 3-7845-6306-9.

 

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